Wohntrends und Wohnformen 2030

„Inzwischen ist das Mikrohaus zu einem festen Begriff in der Architektur und die Massenproduktion zu einer immer attraktiveren, gesellschaftlich akzeptablen und technisch ausgereiften Methode des Bauens geworden. Die Massenproduktion ist zwar der Schlüssel, um in schnell wachsenden Städten in der Bautätigkeit Schritt zu halten, aber der fehlende Raum verlangt mehr Micro-Living-Lösungen und die Modularität kann den Bedarf in Sachen Flexibilität und Individualität decken” (Horx, Horx-Strathern, & Varga,  50 Insights – Zukunft Des Wohnens., S. 51). Das Zukunftsinstitut nennt dies das 3xM Konzept (Modular+Micro+Masse).

Container, Cubes, Box

„Container, Cubes, Box” usw. bezeichnen angebotene Wohnformen, die unter dem Begriff „Mikrohaus” zusammengefasst werden können. Die meist ausgeklügelten Modulbauweisen kann man individuell zusammenstellen und rein nach dem Motto „anbauen-umbauen-abbauen” jederzeit relativ einfach vergrößern oder wieder verkleinern. Bei manchen Ausführungen ist es auch möglich, diese Module mehrfach umzustellen. Somit können Teile bei Bedarf verkauft oder beim Umzug einfach mitgenommen werden. Als Grundmaterialien kommen meist Holz oder umgebaute Stahlcontainer zum Einsatz. Auch Minihäuser aus ALU-Paneelen werden angeboten.

Wohnsysteme, wie zum Beispiel der „Wohnwagon”, versuchen Wohnkomfort und einen achtsamen Umgang mit der Natur ohne Anbindung an die notwendige technische Infrastruktur zu vereinen. Ausgeklügelte Konzepte wie die Photovoltaik-Anlage, die das mobile Zuhause ganzjährig mit Strom versorgt, eine Solar-Zentralheizung, die für Wohnkomfort und heißes Wasser sorgt, ein Wasser-Upcycling-System mittels spezieller Sumpfpflanzen am Dach und die Bio-Toilette sollen so unabhängiges, ökologisches Wohnen garantieren. (vgl. www.Wohnwagon.at)

Baurechtlich handelt es sich gegenwärtig um einen Graubereich, da laut Bauordnung Standards gesetzlich festgelegt sind, die meist bei den Microhouses nicht eingehalten werden können.

Als Beispiel kann hier die Mindestgröße von Räumen, Barrierefreiheit und Energieeffizienz angeführt werden. Es sollte allgemein die Sinnhaftigkeit der vorgegebenen Standards hinterfragt werden, da sonst keine Weiterentwicklung in diesem Bereich möglich ist.

„Dazu sind aber Innovation und Flexibilität notwendig, denen oftmals Bauvorschriften und Entwicklungsvorgaben im Wege stehen. […] Die Bauordnung und die Standards nachhaltigen Bauens sollten hinterfragt werden, so dass das Ziel zählt und nicht der Weg dahin.” (Schaefer & Hosoya, Learning from Tokyo; http://www.archplus.net/home/archiv/artikel/46,3872,1,0.html)

Quelle: „Wohntrends und Wohnformen 2030 – Einfluss auf die Bauträgertätigkeit im OÖ Zentralraum und ihre Konsequenzen“ von Bmst. Wenigwieser Heimo, MBA Traunerverlag

Zum FlyingHouse:

http://www.henninger-holzbau.at/flyinghouse-oekologisch-nachhaltig-flexibel-leistbar/